IG Pflanzenzucht
IG Pflanzenzucht

Züchtung ist Zukunft

Züchtung ist Zukunft



Die Neue Landwirtschaft hat sich in der Züchterbranche umgehört, welche Probleme als vordringlich angesehen werden, wie man Herausforderungen der Zukunft begegnen will und welchen Kulturen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei stellte die Neue Landwirtschaft uns folgende Fragen:

1. Welche Kulturarten bearbeitetn Sie insgesamt, welche sind Ihnen besonders wichtig und warum?
2. Viele große Herausforderungen sthen vor uns - Klimawandel, Ernährungssicherung, Erosion, Krankheiten und Schädlinge, Energiewende und anderes mehr. Welcher bzw. welchen davon widmen Sie sich in Ihrer Züchtungsarbeit besonders?
3. Wie begegnen Sie dem wachsenden Kostendruck?
4. Welche Reibungspunkte sehen Sie zwischen der Züchtungsbranche und der landwirtschaftlichen Praxis bzw. der Gesellschaft und was ist dagegen zu tun?

Unsere Antworten:

1.
Die Gesellschafter der  I.G. Pflanzenzucht bearbeiten Leguminosen sowie Winter- und Sommergetreide. Neben Gerste, Roggen, Triticale und Hafer bearbeiten wir auch neuere Kulturen für Deutschland, wie z.B. Sojabohnen. Unser Züchtungsschwerpunkt liegt allerdings auf der Winterweizenzüchtung. Winterweizen ist mit knapp 3,3 Mio. ha Anbaufläche die größte Wintergetreideart in Deutschland. Außerdem wird eine große Vielfalt durch unterschiedlichste Anforderungen benötigt. Unsere Position als Marktführer bei  Winterweizen in Deutschland spornt uns weiter an und zeigt, dass wir die richtigen Ziele verfolgen.

2.
Neben Ertrag und Resistenz legen unsere Züchter besonderen Wert auf Klimastabilität. Ständig wechselnde Umweltbedingungen, wie Hitze, intensive Sonneneinstrahlung, Trockenheit, Nässe oder Kälte, verursachen schlechte Qualitäten, Mindererträge, Fallzahlprobleme und Auswinterungen. Außerdem nehmen bestimmte Krankheiten, wie z.B. nichtparasitäre Blattflecken bei Gerste zu. Die I.G. Pflanzenzucht hat diesen Trend früh erkannt und kann jetzt schon klimastabile Sorten bei Wintergerste, Triticale und Winterweizen anbieten. 
Weitere Schwerpunkte in der Züchtung sind Energiepflanzen zur Biomasseproduktion, sowie neue Resistenzen gegen Fußkrankheiten, Viren oder Weizengallmücke in unser Material einzukreuzen.

3.
Die Pflanzenzüchter in Deutschland geben mehr als 16 % ihres Umsatzes für die Forschung und Entwicklung aus, das ist weit mehr als die meisten, wesentlich größeren Wirtschaftszweige einsetzen. Die Schere zwischen der Entwicklung der Anbauflächen und der Verwendung von Zertifiziertem Saatgut driftet allerdings auseinander. Der Saatgutwechsel für die in Deutschland größte Fruchtart Winterweizen beträgt nur noch 42 %. Durch die sinkende Verwendung von Zertifiziertem Saatgut wird der Pflanzenzüchtung ihre wichtigste Refinanzierungsquelle zur Züchtung neuer Hochleistungssorten zunehmend entzogen. Sollten es in Zukunft keine deutlich höheren Umsatzzuwächse von Zertifiziertem Saatgut geben, ist eine Erhöhung der Züchterlizenzgebühr unumgänglich. Wir begegnen diesem wachsenden Kostendruck jedoch auch mit Kooperationen mit Gleichgesinnten und einer guten Vernetzung sowie gemeinsamen Grundlagen- und Projektforschung unter den Züchtern.

4.
Ein Reibungspunkt zwischen der Züchtungsbranche und der Gesellschaft ist, dass mittelständische Züchter von der Gesellschaft nicht wahrgenommen werden, da die Züchtung allgemein mit den Saatgutkonzernen verbunden wird. Zudem erkennen viele Landwirte die Wichtigkeit der Züchtung nicht und damit fehlt den Züchtern die Refinanzierung. Hier ist eine bessere Aufklärung erforderlich. Daher wurde eine breit angelegte Imagekampagne „Die Pflanzenzüchter“ ins Leben gerufen, um relevante Themen aufzuarbeiten und Landwirte sowie die Gesellschaft aufzuklären. Ein weiteres Problem ist zudem, dass sich der Staat aus elementaren Themen, wie dem Prüfwesen, zurückzieht.

Quelle:Neue Landwirtschaft 6/2011




zurück
Newsletter Teaser

Immer informiert!

Erhalten Sie regelmäßig die aktuellsten News rund um unsere Sorten.


anmelden